Ja zur Kulturmeile!

(Beschluss der Mitgliederversammlung vom 03.11.2008)

Die Jungen Liberalen Stuttgart sprechen sich für die Verwirklichung der Kulturmeile aus. Wir wollen unsere Kulturschätze nicht neben einer Stadtautobahn sondern in einem angemessenen Umfeld präsentieren. Wir begrüßen es daher, dass die Stadt Stuttgart endlich den Weg zur Umsetzung eingeschlagen hat.

Um tatsächlich einen Mehrwert für die Besucher zu schaffen, fordern wir eine autofreie Kulturmeile. Die jetzigen Pläne beinhalten jedoch 4 Fahrspuren mit prognostizierten 40.000 Fahrzeugen am Tag. Dies ist keine ausreichende Lösung und die Beiträge der Architekten versprechen aufgrund der schlechten Rahmenbedingung der Ausschreibung auch keine sinnvolle Ausgestaltung der Kulturmeile. Mit diesen Plänen ist die Ausgabe von 70 Millionen Euro nicht zu rechtfertigen. Und diese Lösung verhindert auch eine zukünftige Weiterentwicklung zu einer menschenfreundlicheren Kulturmeile ohne störenden Autoverkehr. Zudem entfällt die Zu- und Abfahrt auf den ampelfreien Bereich der B14 zwischen Charlottenplatz und Gebhard-Müller-Platz. Beide Kreuzungen müssen also den Verkehr der jeweils anderen mit bewältigen. An den ohnehin schon überlasteten Kreuzungen entstehen dadurch noch mehr Staus.

Die Jungen Liberalen fordern daher die Stadt auf, eine alternative Lösung zu suchen. Unser Vorschlag sieht eine Überdeckelung der bestehenden Straßen vor, ohne dass diese verlegt werden muss. Teilweise könnte diese Deckel auch als Galerie ausgestaltet und überdacht werden, um Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen zu schaffen.

Der Vorschlag hat aus Sicht der Jungen Liberalen folgende Vorteile:

  • Autofreier Bereich für Menschen und Veranstaltungen
  • Ungehinderte Überquerung der B14 und damit eine Verbesserung der Fuß- und Radwegverbindung
  • Ebenerdiger Zugang zu den Museen und Kultureinrichtungen (die Eingänge befinden sich ohnehin alle nicht auf der Ebene der Straße)
  • Die Möglichkeit „von der Terrasse aus“ in den Schlossgarten zu schauen
  • Geringere Kosten, da keine Tunnelarbeiten anstehen

Es muss nicht zwangsläufig auf der gesamten Strecke zwischen Charlottenplatz und Gebhard-Müller-Platz auf der gesamten Breite der Stadtautobahn eine vollständige Überdeckelung hergestellt werden, wenn eine teilweise Überdeckelung aus architektonischen oder städtebaulichen Gesichtspunkten zweckmäßiger ist.

Die Herausforderung bei diesem Projekt ist die Einbindung in die bestehende Stadtarchitektur. Dazu zählt:

  • Die passende Verbindung zwischen den Museumsbauten und dem Deckel
  • Der Übergang vom Deckel in den Schlossgarten, z.B. über eine Freitreppe mit Blick auf den Eckensee, ein Amphitheater oder eine interessante landwirtschaftliche Ausgestaltung

Besonders Augenmerk sollte auch auf die Aufwertung der Rückseite der Oper und des Staatstheaters gelegt werden, allerdings sind sich die Jungen Liberalen sicher, dass dort von den Architekten attraktive Lösungen gefunden werden.

Wir fordern die FDP-Gemeinderatsfraktion auf, schnellstmöglich die Pläne für die Kulturmeile in eine sinnvolle Richtung weiterzuentwickeln. Die Jungen Liberalen sagen „ja“ zur Kulturmeile, aber „nein“ zu sinnloser Verschwendung von Steuermitteln.